CurrentBody LED-Maske: der komplette Guide
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Du sitzt abends vor dem Spiegel und rechnest. Vierhundert Euro für eine Silikonhaube mit Lämpchen darin.
Deine Freundin schwört darauf. Zwei Bloggerinnen, denen du folgst, auch. Unter jedem zweiten Video steht ein Rabattcode, was die Sache nicht ehrlicher macht.
Und du fragst dich, ob dieses Gerät wirklich etwas kann.
Die Frage ist nicht, ob rotes Licht in der Haut etwas auslöst. Die Frage ist, wie viel davon bei dir ankommt.
Was die CurrentBody-Maske eigentlich macht
Ich lese solche Datenblätter beruflich, seit ich aus der Biotechnologie in dieses Geschäft gerutscht bin. Bei LED-Masken fehlt fast immer genau die Zahl, die tatsächlich entscheidet.
Die Maske selbst ist eine flexible Silikonform, die auf dem Gesicht aufliegt. Innen sitzen LEDs, die rotes und nahinfrarotes Licht abgeben. Kein UV, keine nennenswerte Wärme.
Das Licht wird im Gewebe aufgenommen und wirkt dort auf den Stoffwechsel der Zellen. Eine Sitzung dauert zehn Minuten, empfohlen werden drei bis fünf Sitzungen pro Woche.
Die drei Wellenlängen und was jede davon soll
Die zweite Serie arbeitet mit 633, 830 und 1072 Nanometern. Die erste hatte zwei davon, 633 und 830.
633 nm ist sichtbares Rot. Es bleibt weit oben, in der Epidermis und der oberen Dermis, und dort geht es um Teint und Rötungen.
830 nm ist nahinfrarot und für das Auge unsichtbar. Diese Wellenlänge kommt tiefer an, in die Schicht, in der Kollagen gebildet wird. Für alles, was mit feinen Linien zu tun hat, ist das der interessantere Kanal.
1072 nm ist der neue dritte. Er reicht noch etwas tiefer, und die Studienlage dazu ist deutlich dünner als bei den beiden anderen. Das spricht nicht gegen die Wellenlänge, aber dagegen, einen Aufpreis allein damit zu begründen.
Warum in dieser Maske kein blaues Licht steckt
Viele LED-Masken werben mit fünf oder sechs Farben. Die klassische Serie 2 hat drei, und alle drei liegen im roten und infraroten Bereich.
Das ist eine bewusste Entscheidung und keine Sparmaßnahme. Blaues Licht bei etwa 465 nm arbeitet an der Oberfläche gegen die Bakterien, die bei Akne eine Rolle spielen. Mit Kollagen und feinen Linien hat es nichts zu tun.
Für dich heißt das: Wenn dein Thema Falten und Teint sind, fehlt dir nichts. Wenn dein Thema entzündliche Unreinheiten sind, deckt eine reine Rotlichtmaske genau diesen Teil nicht ab, und du solltest beim Kauf gezielt darauf achten.
Warum die Zahl der LEDs die falsche Frage ist
In jedem Test steht, wie viele LEDs verbaut sind. 132 in der ersten Serie, 236 in der zweiten. Für sich genommen sagt diese Zahl wenig.
Entscheidend ist die Bestrahlungsstärke, also wie viel Lichtleistung pro Quadratzentimeter Haut ankommt. Bei der zweiten Serie wird sie mit rund 30 mW/cm² angegeben.
Der zweite Faktor ist der Abstand. Licht verliert mit der Entfernung rapide an Intensität, deshalb sind zehn Minuten unter einer aufliegenden Maske und zehn Minuten vor einem Panel nicht dieselbe Dosis. Beide Bauarten haben ihren Platz, sie sind nur nicht dasselbe.
Zehn Minuten, und was in dieser Zeit ankommt
Aus Bestrahlungsstärke und Zeit ergibt sich die Dosis. Bei 30 mW/cm² und zehn Minuten sind das etwa 18 Joule pro Quadratzentimeter je Sitzung.
Diese Zahl ist der Grund, warum eine so kurze Sitzung überhaupt reicht. Sie ist auch der Grund, die Sitzung nicht zu verlängern: Bei Rotlicht gibt es ein Fenster, in dem die Dosis arbeitet, und oberhalb davon wird das Ergebnis wieder schlechter. Doppelt so lange ist nicht doppelt so gut.
Wie sich das bei größeren Geräten verhält, steht im Guide zum Rotlicht-Panel, wo Abstand und Dauer die eigentliche Bedienungsanleitung sind.
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Serie 1 oder Serie 2, was der Aufpreis kauft
Die zweite Serie hat mehr LEDs, die dritte Wellenlänge und eine deutlich durchdachtere Passform: Kinnriemen, Bänder, Aussparungen für Nase und Mund.
Im deutschen Handel liegen die beiden je nach Aktion rund neunzig Euro auseinander.
Meine Einschätzung dazu: Die Passform ist das unspektakulärste Update und das wichtigste. Eine Maske, die am Kinn absteht, bestrahlt genau die Partie nicht, wegen der die meisten Frauen so ein Gerät überhaupt kaufen.
Wie lange es wirklich dauert
Kollagen ist das Stützgerüst deiner Haut, und der Aufbau läuft in Monaten, nicht in Tagen.
Realistisch heißt das: nach vier Wochen ein gleichmäßigerer Teint, nach acht bis zwölf Wochen eine Veränderung an feinen Linien. Und das nur bei drei bis fünf Anwendungen pro Woche.
Wer zweimal im Monat auf dem Sofa damit einschläft, wird nichts sehen. Das ist die häufigste Ursache für Enttäuschung bei diesen Geräten, nicht die Technik.
Licht baut langsam auf. Wenn du eigentlich die Kinnlinie meinst, also spürbare Straffung, dann ist das eher ein Fall für Strom statt Licht.
Passform, Kabel und die Dinge, die in keinem Test stehen
Zehn Minuten fühlen sich länger an, als sie klingen. Lesen geht nicht, aufs Handy schauen auch nicht, und der Controller hängt an einem Kabel, das dich an deinen Platz bindet.
Unter Silikon sammelt sich bei manchen Feuchtigkeit, vor allem dann, wenn die Haut vorher nicht ganz trocken war. Harmlos, aber lästig.
Und die Maske deckt das Gesicht ab, sonst nichts. Hals und Dekolleté brauchen ein eigenes Teil, und die Kopfhaut ist ohnehin eine andere Aufgabe.
Was Licht im Gesicht nicht leisten kann
Tiefe Falten verschwinden nicht. Licht arbeitet an Struktur und Qualität der Haut, nicht an Volumen und nicht an einer Falte, die über Jahre durch Mimik entstanden ist.
Eine Maske ersetzt keinen Sonnenschutz. Sie baut auf, während UV abbaut, und die zweite Rechnung ist am Ende immer die größere.
Heimgeräte arbeiten grundsätzlich schwächer als das, was in einer Praxis steht. Das ist so gewollt, weil sie ohne Aufsicht benutzt werden, und es gilt für diese Bauart insgesamt.
Wer Medikamente nimmt, die lichtempfindlich machen, oder eine Hauterkrankung hat, klärt die Anwendung vorher ärztlich ab. Und Augenringe sind ein eigenes Thema, weil sie meistens von Pigment oder von der Anatomie kommen und nicht von fehlendem Kollagen.
Was ich dir eigentlich sagen will
Wenn bei dir schon einmal ein Lichtgerät nichts gebracht hat, lag das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an deiner Haut. Es lag an der Dosis, am Sitz oder an der Regelmäßigkeit, und keines dieser drei Dinge steht groß auf der Verpackung.
Uns ist es lieber, dass du verstehst, was du dir da ins Gesicht legst, statt es einfach zu glauben. Dann kannst du auch selbst entscheiden, welches Gerät seinen Preis wert ist.
Frag lieber einmal zu viel nach, bevor du vierhundert Euro ausgibst.