Mikrostromtherapie Kosten: worauf du achten solltest

Kurz gesagt

  • Eine einzelne Gesichtsbehandlung mit Gerät kostet in Deutschland meist 65 bis 180 Euro.
  • Angeboten wird fast immer eine Kur mit mehreren Terminen. Sechs davon liegen je nach Studio bei ungefähr 360 bis 720 Euro.
  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt davon nichts.
  • Ein Gerät für zu Hause kostet zwischen etwa 150 und 500 Euro, dazu kommt Leitgel als laufende Ausgabe.
  • Ab der zweiten Kur liegt das eigene Gerät vorn. Vorher nicht.

Du hast den Termin fast gebucht. Auf der Seite steht, was die Behandlung alles kann, wie lange sie dauert, wie gut es dir danach geht. Was sie kostet, steht nirgends.

Also rufst du an. Am Telefon fällt ein Preis, und gleich danach der Satz, auf den du nicht vorbereitet warst: einmal bringe wenig, empfohlen seien sechs Termine.

Du rechnest im Kopf, während die Frau am anderen Ende freundlich wartet. Dann legst du auf, ohne einen Termin gemacht zu haben.

Die Frage ist selten, was eine Sitzung kostet. Die Frage ist, wie viele es am Ende werden.

Warum auf so vielen Seiten kein Preis steht

Ich habe mir für diesen Text angesehen, was öffentlich einsehbar ist: Preislisten von Kosmetikstudios, Seiten von Praxen und Heilpraktikerinnen, Testberichte zu Heimgeräten. Bei den meisten steht zum Thema Kosten genau ein Satz, und der lautet sinngemäß, dass man anrufen soll.

Dafür gibt es zwei Gründe, und beide haben wenig mit Geheimniskrämerei zu tun.

Der erste: Mikrostrom gibt es zweimal. Einmal als Therapie in Praxen, wo mit Klebeelektroden gearbeitet wird und eine Sitzung etwa eine halbe Stunde dauert. Und einmal als Kosmetik im Gesicht. Wer nach Preisen sucht, landet fast immer zuerst in der ersten Welt, obwohl er die zweite gemeint hat.

Der zweite Grund ist banaler. In Studios hat Mikrostrom oft keinen eigenen Eintrag auf der Preisliste. Es steckt in einer Behandlung, die „Lifting“, „Anti-Aging intensiv“ oder nach einer Gerätemarke heißt, und taucht als Wort nur in der Beschreibung auf.

Was eine einzelne Behandlung kostet

Legt man genug Preislisten nebeneinander, wird das Bild schnell deutlich. Für eine Gesichtsbehandlung mit Gerät zahlst du in Deutschland ungefähr das hier:

  • klassische Gesichtsbehandlung ohne Gerät: 65 bis 95 Euro
  • Anti-Aging-Behandlung mit apparativem Anteil: 100 bis 180 Euro
  • Radiofrequenz im Gesicht: 92 Euro für rund 80 Minuten in einem Studio, das seine Preise offenlegt
  • Mehrfachkarten und Kuren: meist 10 bis 15 Prozent günstiger als die Einzelpreise

Mikrostrom liegt in diesem Feld eher unten. Das Gerät ist klein, die reine Gerätezeit selten länger als eine halbe Stunde, und viele Studios verkaufen es als Zusatz zu einer Reinigung statt als eigene Behandlung.

Für einen Abend im Studio ist das ein fairer Preis. Er wird erst dann zum Problem, wenn er der Preis für ein Sechstel des Ergebnisses ist.

Warum die Kur die eigentliche Rechnung ist

Mikrostrom wirkt kumulativ. Was du am selben Abend im Spiegel siehst, ist zu einem guten Teil verschobene Flüssigkeit, und das ist nach ein, zwei Tagen wieder weg. Was bleibt, baut sich über Wochen auf.

Deshalb verkauft dir kein seriöses Studio eine einzelne Sitzung als Ergebnis. Üblich sind sechs bis zehn Termine im Wochenabstand, danach Erhaltung etwa einmal im Monat, dauerhaft.

Rechne es einmal durch. Ein Studio, das seine Paketpreise offenlegt, nimmt für eine Kur mit sechs kurzen Terminen 360 Euro. Wo einzeln abgerechnet wird und die Sitzung 100 bis 120 Euro kostet, bist du für dieselben sechs Termine bei 600 bis 720 Euro.

Und dann beginnt erst die Erhaltung. Einmal im Monat, ein Jahr lang, kommen noch einmal rund 1.100 bis 1.400 Euro dazu.

Die einzelne Sitzung ist bezahlbar. Ins Geld geht die Wiederholung.

Und was zahlt die Krankenkasse davon?

Nichts.

Mikrostrom gilt in Deutschland als individuelle Gesundheitsleistung, also als Leistung, die du selbst trägst. Praxen schreiben das inzwischen offen auf ihre Seiten. Bei der kosmetischen Anwendung im Gesicht stellt sich die Frage ohnehin nicht, denn das ist Kosmetik und keine Heilbehandlung.

Private Tarife handhaben es unterschiedlich. Wenn dir jemand eine Erstattung in Aussicht stellt, lass sie dir vorher schriftlich geben.

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Mikrostrom, Radiofrequenz und Rotlicht in einem Handgerät, für 147 Euro und ohne Termin.

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Was ein Gerät für zu Hause kostet

Die zweite Rechnung sieht anders aus, weil der große Betrag einmal anfällt. Heimgeräte für Mikrostrom liegen je nach Marke zwischen etwa 150 und 500 Euro; in Testberichten tauchen Preise von 198 bis 489 Euro auf. Unser eigenes Handgerät mit Mikrostrom, Radiofrequenz und Rotlicht kostet 147 Euro.

Der Posten, den fast niemand mitrechnet, ist das Leitgel. Ohne Gel fließt kein Strom, und Gel ist Verbrauchsmaterial. Die Preise gehen weit auseinander: rund 30 Euro für 59 Milliliter bei der einen Marke, 139 Euro für 50 Milliliter bei der anderen.

Bei zwei bis drei Anwendungen pro Woche hält eine Tube ein bis drei Monate. Rechne mit 100 bis 250 Euro im Jahr, wenn du beim teuren Gel bleibst, und mit deutlich weniger, wenn das Gel zum Gerät gehört.

Mikrostrom ist ohnehin nur eine der Techniken, die zu Hause laufen. Eine LED-Maske arbeitet mit Licht statt Strom und liegt in einer anderen Preisklasse.

Ab wann sich ein eigenes Gerät rechnet

Die ehrliche Antwort ist eine Rechnung und keine Meinung. Beide Wege für die ersten zwölf Monate, gerechnet mit sechs Terminen Kur und monatlicher Erhaltung:

Studio Gerät für zu Hause
Einstieg 360 bis 720 Euro für die Kur 150 bis 500 Euro einmalig
Laufend im ersten Jahr 1.100 bis 1.400 Euro Erhaltung 100 bis 250 Euro Gel
Nach zwölf Monaten rund 1.500 bis 2.100 Euro rund 250 bis 750 Euro
Was du dafür bekommst geschulte Hände, stärkere Geräte, einen Termin, den du einhältst Anwendung, wann du willst, aber nur, wenn du sie machst

Der Punkt, an dem es kippt, liegt ungefähr bei der zweiten Kur. Wer einmal sechs Termine bucht und danach aufhört, fährt mit dem Studio günstiger. Wer weitermacht, fährt mit dem eigenen Gerät günstiger, und zwar deutlich.

Bei anderen Geräten für zu Hause läuft dieselbe Rechnung mit anderen Zahlen. Ein Rotlicht-Panel ist in der Anschaffung teurer und hat dafür kein Verbrauchsmaterial.

Worauf du beim Preis wirklich achtest

Wenn du eine Preisliste oder eine Produktseite vor dir hast, entscheiden ein paar Angaben darüber, ob der Preis stimmt:

  • Ist Mikrostrom in der Behandlung wirklich enthalten oder steht das Wort nur in der Beschreibung?
  • Wie lang ist die reine Gerätezeit, nicht die Gesamtdauer mit Reinigung und Maske?
  • Was kostet die Kur als Paket, und was passiert mit dem Rest, wenn du abbrichst?
  • Ist beim Gerät Gel dabei, und was kostet die Nachfülltube?
  • Wie lange kannst du zurückgeben, wenn es doch nicht deins ist?

Welche technischen Angaben zwischen zwei Geräten überhaupt einen Unterschied machen, steht im Vergleich der Mikrostromgeräte.

Und wenn du zwischen zwei Techniken schwankst, lohnt der Blick auf die Rechnung bei LED-Masken, weil dort die Anschaffung höher ist und die laufenden Kosten fast bei null liegen.

Was Geld an dieser Stelle nicht löst

Ein teureres Gerät gibt dir nicht mehr Strom. Mikrostrom arbeitet im Bereich von Millionstel Ampere, und diese Größenordnung ist bei allen ähnlich, ob 150 oder 500 Euro. Was der Preis kauft, sind Verarbeitung, Aufsätze, Bedienung und Service.

Beide Wege haben dieselbe Bedingung: Regelmäßigkeit. Ein Gerät, das in der Schublade liegt, ist am Ende die teuerste Variante von allen.

Und Mikrostrom hebt keine Haut an, die stark erschlafft ist. Bei wem es tatsächlich nicht anschlägt und woran das liegt, steht in einem eigenen Text darüber, wann Mikrostrom nicht funktioniert.

Wenn du bisher gezögert hast, lag das wahrscheinlich nicht an dir. Du hast eine Zahl gesucht, die kaum jemand hinschreibt, und dann angenommen, du hättest sie übersehen. Hattest du nicht.

Uns ist lieber, du rechnest einmal in Ruhe nach und entscheidest dich dann, wofür auch immer. Ein Kauf, den man versteht, wird seltener zurückgeschickt als einer, an den man geglaubt hat.

Rechne deine eigene Variante durch, bevor du irgendwo einen Termin machst.

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