CurrentBody LED-Maske im wissenschaftlichen Check

Kurz gesagt

Die Technologie hinter der Maske ist gut untersucht. Die Werbeaussagen einzelner Geräte sind es meistens nicht, und beides wird gern verwechselt.

  • „Klinisch getestet" heißt bei Heimgeräten fast immer: ein beauftragtes Prüflabor, wenige Teilnehmerinnen, keine Vergleichsgruppe.
  • Zahlen wie „35 Prozent weniger Falten" sind Messwerte an einer kleinen Gruppe, kein Versprechen für dein Gesicht.
  • Am besten belegt ist rotes und nahinfrarotes Licht für Hautqualität, Rötungen und feine Linien. Dünner wird es bei Pigmentflecken. Bei wirklich schlaffer Haut trägt es nicht.
  • Rechne mit acht bis zwölf Wochen, bei drei bis fünf Anwendungen pro Woche. Vorher misst du nichts.

Du sitzt abends auf dem Bett, das Handy in der Hand, und liest zum vierten Mal denselben Satz. Klinisch getestet. Daneben eine Zahl, die sehr genau aussieht.

Du weißt nicht, was du damit anfangen sollst. Die Zahl klingt gut, der Satz klingt gut, und trotzdem hast du das Gefühl, dass dir hier etwas verkauft wird, ohne dass du sagen könntest, was daran nicht stimmt.

Das Gefühl ist berechtigt.

Gut untersucht ist die Technologie. Was ein einzelnes Gerät bei dir tut, steht auf einem anderen Blatt.

Was an rotem Licht wirklich gut untersucht ist

Ich lese beruflich Herstellerunterlagen zu Lichtgeräten, und der Unterschied zwischen einer Studie und einem Prüfbericht beschäftigt mich seit Jahren.

Dass rotes und nahinfrarotes Licht in der Haut etwas auslöst, ist keine Randmeinung. Der Vorgang heißt Photobiomodulation, und er beschreibt, dass Licht in den Mitochondrien der Hautzellen aufgenommen wird und dort die Energiebereitstellung anregt. Vereinfacht: die Zelle arbeitet eine Weile schneller, und dazu gehört auch der Aufbau von Kollagen.

Dieser Mechanismus wird seit Jahrzehnten in Laboren und Kliniken untersucht, lange bevor ihn jemand in eine Maske gebaut hat.

Zwischen „der Mechanismus existiert" und „dieses Gerät bewirkt 35 Prozent" liegen mehrere Schritte, und genau die werden in der Werbung übersprungen.

Warum „klinisch getestet" nicht heißt, was du denkst

Der Satz ist nicht gelogen. Er ist nur viel schwächer, als er klingt.

Bei Heimgeräten steht dahinter fast immer ein beauftragtes Prüflabor. Der Hersteller bezahlt einen Test, das Labor führt ihn nach einem vereinbarten Protokoll durch, und das Ergebnis gehört dem Auftraggeber. Das ist in der Branche üblich, es ist nicht anrüchig, und es ist trotzdem etwas anderes als eine unabhängige klinische Studie.

Vier Fragen, die du an jede Herstellerzahl stellen kannst:

  • Wie viele Personen haben teilgenommen? Unter dreißig ist das eine Beobachtung, keine Evidenz.
  • Gab es eine Vergleichsgruppe ohne Gerät?
  • Wurde gemessen, oder wurden die Teilnehmerinnen gefragt? „97 Prozent stimmen zu" ist eine Umfrage.
  • Wer hat die Untersuchung bezahlt?

Die meisten Werbeaussagen beantworten keine davon.

Wie du eine Prozentzahl liest

Angenommen, du siehst „35 Prozent weniger Falten nach vier Wochen".

Diese Zahl ist fast nie das, was ein Mensch im Spiegel sieht. Sie stammt aus einem Gerät, das die Hautoberfläche vermisst und die Tiefe feiner Linien in Mikrometern angibt. Eine Linie, die vorher schon sehr flach war, kann um ein Drittel flacher werden, ohne dass du am Waschbecken irgendetwas bemerkst.

Dazu kommt der Mittelwert. Ein Durchschnitt aus zwanzig Gesichtern sagt dir nicht, wo in dieser Spanne dein Gesicht liegen wird. Ein Teil der Teilnehmerinnen liegt deutlich darüber, ein Teil bei null.

Das macht die Zahl nicht wertlos. Es macht sie zu dem, was sie ist: ein Hinweis, dass unter kontrollierten Bedingungen etwas messbar war.

Wofür die Evidenz trägt, und wofür sie dünn wird

Nicht alles, was auf der Verpackung steht, ruht auf demselben Fundament.

Was versprochen wird Wie gut belegt
Hautqualität, Ebenmäßigkeit, Rötungen Am besten. Hier ist die Datenlage über Jahre konsistent
Feine Linien Gut belegt, mit kleinen Effekten und langsam
Entzündliche Unreinheiten Belegt, aber überwiegend mit blauem Licht und in der Praxis
Pigmentflecken Dünn. Einzelne Hinweise, wenig Belastbares
Schlaffe Haut, Kinnlinie Trägt nicht

Die letzte Zeile ist die, an der die meisten Enttäuschungen entstehen. Licht baut keine Struktur auf, die bereits nachgegeben hat, und wer eine Kinnlinie zurückholen will, arbeitet eher mit Strom als mit Licht.

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Vier Wellenlängen und 46 mW/cm², und diese Werte stehen auf der Produktseite statt in einer Fußnote.

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Klinik und Wohnzimmer sind nicht dieselbe Dosis

Ein großer Teil der Forschung, auf die sich Heimgeräte berufen, stammt aus Praxen und Kliniken. Dort wird mit deutlich stärkeren Lampen gearbeitet, und an dieser Stelle gehen die Übertragungen schief.

Entscheidend ist nicht die Zahl der LEDs, sondern wie viel Licht pro Fläche auf der Haut ankommt. Diese Größe wird in Milliwatt pro Quadratzentimeter angegeben, und Heimgeräte liegen dabei im unteren zweistelligen Bereich. Die CurrentBody-Maske wird mit etwa 30 mW/cm² angegeben.

Weniger Leistung heißt nicht wirkungslos. Es heißt länger und öfter.

Dieselbe Rechnung entscheidet auch darüber, was ein Rotlicht-Panel für den Körper leisten kann, nur in größerem Maßstab.

Die Wellenlängen, und was die Zahlen aussagen

633, 830, 1072. Die Zahlen stehen auf jeder Verpackung, und sie sind keine Marketingerfindung.

Rotes Licht um 633 nm bleibt in den oberen Hautschichten, nahinfrarotes um 830 nm reicht tiefer. Beide sind in der Forschung gut vertreten, und die Kombination aus beiden gehört zu den am häufigsten untersuchten Ansätzen überhaupt. Was eine Zahl auf der Verpackung nicht verrät: ob genug davon ankommt, und wie lange.

Welche Wellenlänge welche Aufgabe übernimmt, haben wir im ausführlichen Guide zur CurrentBody-Maske auseinandergenommen.

Bei unserer eigenen Maske haben wir uns für vier Wellenlängen entschieden, weil Rot und Nahinfrarot unterschiedliche Tiefen bedienen und wir beide wollten.

Wie lange es dauert, bis sich zeigt, was gemessen wurde

Länger, als die Vorher-Nachher-Bilder vermuten lassen.

Kollagen entsteht nicht in Tagen. In den meisten Untersuchungen liegt der Zeitpunkt, an dem sich etwas zuverlässig messen lässt, bei acht bis zwölf Wochen, bei drei bis fünf Anwendungen pro Woche und zehn Minuten pro Anwendung.

Was du vorher siehst, ist meistens Durchblutung. Ein frischerer Ton für ein paar Stunden nach der Anwendung, angenehm, aber nicht das, worauf die Studien schauen.

Wenn nach zwei Wochen nichts passiert ist, ist das kein Ergebnis. Woran es sonst noch liegen kann, hat öfter mit der Anwendung zu tun als mit dem Gerät.

Was dir keine Studie abnimmt

Hier hört die Evidenz auf, egal wie gut sie ist.

Keine Untersuchung sagt dir, ob deine Haut auf Licht anspricht. Die Streuung zwischen einzelnen Menschen ist in fast jeder dieser Arbeiten größer als der Mittelwert, den die Werbung zitiert.

Licht wirkt außerdem nur, solange es angewendet wird. Setzt du es ab, geht der Effekt über Monate zurück, und das steht selten auf der Verpackung.

Manches hat auch schlicht eine andere Ursache. Augenringe zum Beispiel sind häufig Anatomie und nicht Hautqualität.

Wer chronische Hauterkrankungen hat, lichtempfindlich machende Medikamente nimmt oder schwanger ist, klärt die Anwendung vorher ärztlich ab. Das ist keine Formalität.

Wenn du bisher das Gefühl hattest, du seist zu ungeduldig oder zu misstrauisch: warst du nicht. Du hast Zahlen gelesen, die so gebaut sind, dass man sie ohne Kenntnis ihrer Herkunft nicht einordnen kann.

Uns ist lieber, du verstehst, was ein Gerät kann, als dass du daran glaubst. Das Erste hält länger.

Wenn du das nächste Mal eine Prozentzahl siehst, frag zuerst nach der Gruppengröße.

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